TÜV Hessen prüft Gassystemeinbauten

Wird ein Fahrzeug auf alternativen Treibstoffantrieb umgerüstet, muss es vom TÜV Hessen begutachtet werden

(UK-Gö) "lhr Vorteil: keine Sicherheitsbedenken! Die Einbauwerkstatt sorgt für TÜV-Prüfung". So wirbt der Pfungstädter Kfz-Meister Sirko Bauroth auf seiner Internetseite für die Umrüstung von Benzin- auf Erdgas- und Flüssiggasmotoren. Bauroth hat sich mit seinem Kfz-Fachbetrieb auf den Umbau von Fahrzeugen auf Gas als Treibstoff spezialisiert. Er gehört zu den wenigen bisher zertifizierten Umrüstbetrieben.


 

Trend ist, dass immer mehr Autofahrer "Gas geben": Hohe Benzinpreise lassen sie nach alternativen Treibstoffen suchen. Eine Nachrüstung kostet im Schnitt 2.400 Euro für den Autogasantrieb und rund 4.000 Euro für den Umstieg auf Erdgasantrieb. Allerdings sind danach dann die Kraftstoffkosten bis zu 60 Prozent günstiger.

Wird ein benzinbetriebenes Fahrzeug nachträglich umgebaut, muss abschließend eine Gas-Systemeinbau Prüfung (GSP) erfolgen. Bauroth, der schon etliche Fahrzeuge umgerüstet hat, führt diese beim TÜV Hessen in Darmstadt vor. Der kontrolliert, ob die Gesamtanlage nach der Prüfnorm genehmigt ist. Teil der GSP ist seit April 2006 im Zuge der Novellierung der StVZO auch die Gasanlagenprüfung (GAP). Diese ist auch im Rahmen der HU regelmässig durchzuführen, oder dann, wenn die Anlage repariert wurde oder das Auto an einem Unfall beteiligt war. Die Prüfer achten dabei auf Funktion und Dichtigkeit der Anlage.

Gasspürgerät     Flüssiggastank in der Ersatzradmulde

Im Frühjahr hatten der Fachreferent Aus- und Weiterbildung, Erich Junk (Darmstadt), und Wolfgang Degenhardt (Kassel) gemeinsam mit Bauroth rund 120 Sachverständige des TÜV Hessen in Tagesschulungen und an Testfahrzeugen auf GSP und GAP vorbereitet und einer Prüfung unterzogen. Der Boom ist jedoch wieder rum, da die Kosten und das Gewicht des Tanks viele Leute abschrecken, sagt Junk. Bei manchen Fahrzeugtypen müsse sogar ein Sitzplatz entfernt werden, damit der bis zu 70 kg schwere Tank Platz findet Und obwohl diese extrem stabil und für einen Berstdruck von 230 bar ausgelegt seien, hätten viele Menschen auch Angst vor Explosionen.